• Biographie Friedrich Ebert

    Friedrich Ebert wuchs als Sohn eines Schneiders in einem acht Personen umfassenden Haushalt in Heidelberg auf. Nach dem Besuch der Volksschule folgte eine Lehre zum Sattler.

    Schon früh war Ebert politisch und gewerkschaftlich in Bremen aktiv. Seit 1905 im Parteivorstand der SPD in Berlin tätig, wurde er 1912 Mitglied des Reichtages und 1916 einer der Vorsitzenden der sozialdemokratischen Reichtagsfraktion. Bereits 1913 war er nach August Bebels Tod zum Parteivorsitzenden der SPD gewählt worden.

    Nach dem Sieg der Revolution von 1918 übernahm er den Mitvorsitz der Revolutionsregierung, des "Rates der Volksbeauftragten". Er war ein entschiedener Gegner der "Diktatur des Proletariats" und eines Rätesystems nach russischem Vorbild, befürwortete die parlamentarische Demokratie und setzte die Wahlen zur Weimarer Nationalversammlung durch, die ihn am 11.02.1919 zum Reichpräsidenten wählte.

    In seiner Amtszeit zielte er auf politischen und sozialen Ausgleich zwischen Arbeiterschaft und Bürgertum und lehnte eine klassenkämpferische Politik ab, was innerhalb der Sozialdemokratie nicht unumstritten war. In die Amtszeit Eberts fiel vor allem die Verteidigung der fragilen Weimarer Verfassung gegen ihre diversen links- und rechtsextremen Gegner und die Stabilisierung der deutschen Währung nach der Hyperinflation 1923. Doch insbesondere die Rechte machte ihn zur Zielscheibe von Verleumdungen und Verunglimpfungen, die in seiner Person die Republik treffen sollten und 1925 zum frühen Tod dieses ersten demokratisch gewählten Staatsoberhaupts in Deutschland beitrugen.

    Erst heute, in einer stabilen Demokratie, findet sein politisches Wirken über die Parteigrenzen hinweg gebührende Anerkennung.